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Das große Finale!

5. Mai 2015
5 Min. Lesezeit

Es war der Tag der Entscheidung, auf den ich so lange gewartet hatte, das große und alles entscheidende Finale. Ich stand nervös mit den anderen verbliebenen Kandidaten vor meinem Abgeordneten und zitterte vor Aufregung. Dann ertönte die hohe und schrille Stimme: „Liebe Marie, deine Woche war leider nicht gut, -Pause- denn sie war sehr gut. Aber die anderen Kandidaten waren ebenfalls sehr sehr stark. Du hast uns gezeigt, was in dir steckt und jetzt kommt der große Moment der Entscheidung -Spannungsaufbauende Pause- Herzlichen Glückwunsch, du hast es geschafft und hier ist dein Foto!“ Naja okay, ich glaub ich hab das mit irgendwas anderem verwechselt. Die PPP Entscheidung lief dann doch etwas anders ab. Aber am besten beginn ich von vorne:

Das “Ungewisse Wartezeit Gefühl“ und ich waren bereits beste Freunde. Naja ok das ist gelogen, sagen wir so: Wir haben uns einfach gegenseitig ignoriert, denn so ließ es sich am besten aushalten. Als ich mir schon sehr sicher war, dass mein Abgeordneter mich vergessen hatte (oder von Aliens entführt wurde und sich deshalb nicht melden konnte) kam dann doch überraschenderweise der erhoffte Anruf seiner Sekretärin. Meine Mutter hatte ihn entgegengenommen als ich in der Schule war. Sie rief im Auftrag meines Abgeordneten aus Berlin an und vereinbarte ein Treffen für Freitag den 13. Februar. Ohja es war ein Freitag der 13. und das war kein gutes Omen :D (nein ich bin eigentlich nicht abergläubisch). Meine Mutter konnte zwischen dem 1. 2. oder 3. Gespräch wählen, weil ich die erste Kandidatin war, die angerufen wurde. Klug wie meine Mutter war, nahm sie denn letzten Termin in der Hoffnung, dass mein Abgeordneter sich dann am besten im Nachhinein an mich erinnern kann- Taktisch sehr gut durchdacht! Das Gespräch sollte auch nur 15 Minuten dauern, weil es einfach darum ging, die Bewerber persönlich kennenzulernen.

Komischerweise war ich vor diesem Gespräch gar nicht aufgeregt. Ich hatte mich jetzt seit knapp einem Jahr mit dem PPP beschäftigt und wollte das ganze Auswahlverfahren jetzt einfach hinter mich bringen. Zur Vorbereitung habe ich mir einfach nochmal meine Antworten auf Standardfragen durch den Kopf gehen lassen und mich auch etwas mit aktuellen Themen und der Partei meines Abgeordneten auseinander gesetzt (Man muss ja auf alles vorbereitet sein :D)

15 Minuten hat die Fahrt zum Partei Büro gedauert und diesmal war es nicht ganz so schlimm wie die zum AWG. Naja meine Mutter war wie immer sehr aufgeregt :D.

Als ich dort ankam, wurde ich ganz lieb von der Sekretärin begrüßt und in das Büro geführt. Auf dem Tisch standen ganz viele Süßigkeiten und Kekse (hat sich doch mal wieder sehr gelohnt) aber diszipliniert wie ich war, hab ich nur ein Glas Wasser genommen. Irgendwie hatte ich auch etwas Angst mich an einem Keks zu verschlucken oder zu ersticken. Das wäre echt mies gewesen, so kurz vor dem Ziel :D. Mein Abgeordneter kam dann schon ins Zimmer und hat mich begrüßt, dann musste er aber noch schnell ein paar gaaaaaaanz wichtige Telefonate führen und alles hat sich um ne Viertelstunde verschoben. Aber ich hab ihm das verziehen, weil er sehr nett und sympathisch war :D Als seine Telefonate beendet waren, konnte es endlich los gehen. Ich wusste, dass ich jetzt nur ca. 15 Minuten hatte, um ihn von mir zu überzeugen. Meine Strategie: Ganz viel Lächeln, Motivation zeigen, an allem Interesse haben und nachfragen und vor allem mich nicht verunsichern zu lassen. Natürlich konnte ich nicht auf alle Fragen vorbereitet sein und so kam es, wie es kommen musste irgendwann zu dem Punkt, dass ich länger über meine Antwort nachdenken musste. Ich hab das ganze versucht zu retten, in dem ich meinen Antwortsatz ewig in die Länge gezogen habe ( in etwa so: „Das ist eine sehr sehr gute Frage. Aaaalsooo, so auf Anhieb wüüüüüürde ich saaaaaaaaaaaaaaaagen, daaaaaaass..) Und ich muss gestehen, dass es ganz gut geklappt hat :D. Nachdem der Abgeordnete also wusste, warum ich ins Ausland möchte, was ich dort gerne für Sport machen würde, warum mich die USA so begeistert, wie ich mit Heimweh umgehe, wie ich reagieren würde wenn ich nicht das PPP bekomme und was ich an Deutschland positiv und negativ finde, war das Gespräch erstmal beendet. Ich sollte mich zu meiner Mutter in den Nebenraum setzen und warten- Warum wusste ich erstmal auch nicht. Mein Abgeordneter war im Hintergrund am telefonieren und meine Mutter war froh, dass sie mich endlich mit sämtlichen Fragen überfallen konnte. Irgendwie verunsicherte mich das lange Telefongespräch (Man man als Politiker hat man anscheint echt viel zu telefonieren) denn die Wartezeit kam mir ewig vor. Aber nach einer gefühlten Stunde (natürlich nur leicht übertrieben) hat er meine Mutter und mich zurück in sein Büro gebeten. Er fing an uns davon zu erzählen, was er jetzt für eine schwere Entscheidung zu treffen hat, und dass alle Kandidaten immer so gut sind und dass er am Ende eh nur auf sein Bauchgefühl hören kann und und und... In Gedanken dachte ich mir schon so : „Okay Marie, das ist dann wohl die Einleitung einer freundlichen Absage, aber Hey immerhin hast du es in die Endrunde geschafft und es ist ja nur dein aller aller größter Traum, der gerade knapp aber sicher an dir vorbei zieht und..“ Okay, weiter konnte ich nicht denken, denn da fiel auch schon der alles entscheidende Satz von ihm: „Aber ich habe mich entschieden und ich möchte dich in die USA fahren lassen“ OMG ich war völlig überfordert. Im ersten Moment dachte ich, es wäre nur eine Einbildung gewesen, aber der erschrockene und zu gleich begeisterte Blick meiner Mutter war der Beweis, dass ich es wirklich geschafft hatte. Fassungslos und überglücklich hat meine Mutter mich in den Arm genommen und natürlich musste Marie gleich wieder in Freudentränen ausbrechen. Ich bin dann auch gleich aufgesprungen und hab meinen Abgeordneten vor Dankbarkeit umarmt ( Ja das war wirklich so :D) Anschließend war ich nonstop damit beschäftigt mir etwas Luft ins Gesicht zu wedeln, damit ich bei Bewusstsein blieb und mich tausendmal zu bedanken. Mein Abgeordneter hat mir noch kurz erklärt, wie es jetzt weiter geht und dass er mich kurz vor Abreise zuhause noch gerne besuchen würde.

Als ich total verweint das Gebäude verlassen habe, habe ich natürlich draußen einige verwunderte und irritierte Blicke geerntet. Aber das war mir in diesem Moment total egal und ich konnte vor Freude nicht aufhören wie ein Honigkuchenpferd zu grinsen (Ich liebe einfach diese Beschreibung :D). Als ich mit meiner Mutter im Auto auf dem Rückweg saß, musste ich mir alle 2 Minuten von ihr bestätigen lassen, dass ich nicht geträumt hatte und ich wirklich das Stipendium bekommen habe. Immer noch fassungslos griff ich natürlich gleich nach dem Handy um, alle möglichen Leute anzurufen. Meine beste Freundin habe ich sogar aus dem Schlaf geklingelt ( Sorry nochmal dafür :D) Um den ohne hin schon perfekten Tag zu toppen, haben wir noch beim Bäcker angehalten und Torte gekauft. Das haben wir uns dann zuhause erstmal gegönnt! Happyend :D

P.S: Ich erkläre hiermit jeden Freitag den 13. zum offiziellen Glückstag!

 
 
 

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